Armer Dennis!

Heute war ein sehr besonderer und anstrengender Tag. Wir waren schon um 6:00 Uhr im Kinderheim und fuhren um 7:00 Uhr los zu einem Krankenhaus. Der Patient war Dennis.

Dennis erlitt vor Jahren schwere Verbrennungen, unter anderem im Gesicht. Er schämte sich lange für seine Narben. Nur durch die Liebe und Akzeptanz von Mama Margaret, konnte er wieder Selbstvertrauen fassen. Nun muss jedoch an den Folgen dieser Verbrennungen gearbeitet werden. Dadurch dass Dennis noch stark wächst, gerät er in Gefahr, dass seine Haut reisst. Grund dafür sind seine Narben, welche nicht mehr wachsen und somit dem Rest der Haut nicht folgen können. Vor ein paar Wochen war seine erste Operation. Dort wurde von Margarets Oberschenkel Haut entnommen und für seine Stirn und Finger verwendet. Nun haben die Ärzte jedoch erkannt, dass er zu viel Haut brauchen wird und nicht alles von Margaret entnommen werden kann. Somit beschlossen sie unter die Backenhaut einen Ballon zu platzieren und spritzen seit ca. drei Wochen, jeden Dienstag Flüssigkeit hinein. Somit wächst der Ballon langsam und stetig und dehnt die Haut. Dies hat zur Folge, dass Dennis seine eigene Haut für die nächste Operation verwenden kann. Dieser Prozess ist jedoch schmerzhaft und unangenehm für den armen Dennis. Beim Spital angekommen, war der Unterschied zu schweizerischen Krankenhäuser sehr auffallend, obwohl dieses Krankenhaus für kenianische Verhältnisse sehr modern war. Ausser wenigen Ärzten, waren wir die einzigen Weissen, was alle Blicke auf uns zog. Da es sehr viele Menschen auf einmal waren, war diese Erfahrung sehr unangenehm. Bis wir endlich an der Reihe waren, vergingen drei Stunden. Dann endlich empfing uns ein Arzt. Gemeinsam mit einem Mädchen, welches das Schicksal von Dennis teilt, betraten wir einen kleinen Raum. Der Arzt war sehr liebenswürdig und versuchte die Kinder aufzuheitern und abzulenken. Es war erstaunlich wie tapfer diese zwei jungen Menschen blieben, als ihnen anhand einer Spritze die Flüssigkeit in den Ballon gespritzt wurde. Obwohl ich den Tränen nah war, folgte ich ihrem Beispiel und blieb Tapfer. Man konnte jedoch ihren Schmerz erkennen. Diese zwei Kinder in diesem schrecklichen Zustand zu sehen, brach mir das Herz.

Nach knapp 15 Minuten war das ganze Prozedere schon vorüber und wir fuhren nach Hause. Dennis blieb den ganzen Weg ruhig und sagte kein Wort. Ich hoffe für ihn, dass diese Behandlung Erfolg haben wird! Nun muss ich gemeinsam mit Rachael, Margaret und Mira (Ya Moyo) das Geld zusammen bekommen, für seine Operation.

Aber wir sind zuversichtlich, dieses Ziel erreichen zu können!

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