Ein Tag der Trauer und der Freude

Heute war ein trauriger Tag, denn wir mussten uns von der Makimei Familie verabschieden. Wir starteten jedoch mit einer Mandazi Party (siehe Bilder) um unseren Abschied gebührend zu feiern. Dafür hatten wir Henry, welcher ein leidenschaftlicher Koch/Bäcker ist. Schon gestern hat er die meisten Chapatis gemacht und übernahm auch heute die Leitung der Mandazi Küche.

Nachdem die Mandazis fertig waren, hatten wir noch einige Momente um mit den Kindern zu spielen. Ich genoss jede einzelne Sekunde und konnte es nicht fassen, dass unsere Zeit schon um ist.

Nun, als die Zeit immer knapper wurde, versammelte Rachael alle Kinder im Zelt, wo sie Lieder für uns sangen. Ich sass da, inmitten dieser singenden und fröhlichen Kinder und spürte all diese Freude, Lebensenergie und Liebe. Ich war hin und weg und hätte noch Ewigkeiten nur dort sitzen und zuhören können. Richtig berührend wurde es, als sich Kinder freiwillig meldeten um uns noch einige Worte mit auf den Weg zu geben. Was wir sehr hinaushörten war, dass sie dankbar waren für unsere Wiederkehr und für die Liebe, die wir ihnen entgegenbrachten. Auch, dass wir ihr Leben mehr oder weniger finanzieren, sahen sie und liessen uns ihre Dankbarkeit dafür spüren. Sie wiederholten auch immer wieder, dass wir alle unsere Freunde grüssen und ihnen von Herzen danken sollen. Auch wünschten sie uns allen, immer wieder, dass uns Gott beschützen soll und dass wir von ihm gesegnet sind.

Schon hier konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Das hat uns aber alle nicht davon abgehalten, weiter zu singen und herzlich zu lachen.

Da wir um ca 15:00 Uhr in Richtung Flughafen aufbrechen wollten, fuhren Mira und ich noch kurz zurück ins Word of life, duschten schnell, zogen uns um und fuhren dann mit Gepäck zurück in das Kinderheim.

Dieser Tag war trotz Trauer, für mich sehr bedeutungsvoll. Die Familie verzichtete in die Kirche zu gehen, um die letzten Stunden mit uns zu geniessen. Dies ist für eine gläubische Familie, die sonst jeden Sonntag fast 7 Stunden in die Kirche geht, eine echte Ehre. Auch berührte mich zutiefst, dass die Kinder den Wunsch aussprachen, uns zum Flughafen zu begleiten. Sie fingen sogar an, auf eigene Faust Überlegungen anzustellen, wie dies am besten in die Tat umgesetzt werden kann. Also bestellten wir spontan einen Bus, der uns und die ganze Familie zum Flughafen brachte. Jedes einzelne Mitglied sollte dabei sein, vom jüngsten Baby bis hin zu den zwei handicapierten Kinder Cecilia und Angel.

Wir fuhren schlussendlich um 15:45 los. Mit den letzten Gruppenfotos und dem Organisieren der knapp 48 Kinder war es nicht möglich rechtzeitig aufzubrechen. Ausserdem gibt es die Schweizer Zeit, pünktlich auf die Minute, und die kenianische Zeit, plus/minus 30 Min Verspätung. Dies sind wir uns nun jedoch gewohnt und haben deshalb extra viel Zeit eingeplant.

Der Weg zum Flughafen war für die Kinder ein riesen Spektakel! Die meisten kennen vor allem das Kinderheim und die unmittelbare Umgebung davon. Nun sahen sie riesige Gebäude, die Skyline von Nairobi City, den Nairobi National Park und schlussendlich Flugzeuge, die noch am Boden standen. Es war eine echte Freude die Kinder so begeistert zu sehen.

Am Flughafen angekommen, war nun Zeit sich zu verabschieden. Die Kinder bildeten eine Reihe, sodass wir jeden einzeln umarmen konnten. Dies war mir wichtig, um ihren zu zeigen, dass wir alle lieben und uns alle wichtig sind. Und die Reaktionen rührten mich zu Tränen. Viele kennen uns noch von unserem ersten Aufenthalt und dieses Widersehen hat einige Beziehungen vertieft. Unsere Zeit war zwar kurz, aber intensiv. Als wir dann aber Rachael und Mama Margaret auf Wiedersehen sagen mussten, brach der Damm. Ich hätte nicht gedacht, dass dieser Abschied so weh tun würde. Wir hatten nur eine Woche, hatten uns erst wieder so richtig eingelebt und nun mussten wir schon für ein Jahr Lebewohl sagen. Getröstet hat mich nur das Wissen, dass wir viel im Kontakt sein werden und, dass wir in einem Jahr erneut nach Kenia reisen werden.

Nun bleiben die wundervollen Erinnerungen mit dieser Lebendigen, liebevollen und wahnsinnig starken Familie. Ich habe einen Teil meines Herzens in Kenia gelassen und werde immer an meine kenianische Familie denken.

Mit vier Stunden Verspätung, warten wir nun auf unseren Flug zurück in die Schweiz, wo ich mich jedoch schon sehr auf meine Liebsten freue. Ich wünsche euch morgen allen einen super Start in die Woche.

In Liebe, eure Lea

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